Der Aufpralltest von Volvo Trucks ist in der Welt der Sicherheitstests ein 50-jähriger Veteran. Der Test ist weiterhin der härteste Gradmesser in der Lkw-Branche und strenger und umfassender als die Anforderungen der jüngsten
EU-Gesetze. „Wir werden unsere Fahrerhäuser auch in Zukunft nach den bisherigen schwedischen Normen für Aufpralltests testen“, kommentiert Carl Johan Almqvist, Leiter für Verkehrs- und Produktsicherheit bei Volvo Trucks.
Die gängigsten Szenarien für Lkw-Unfälle sind das Überschlagen des Fahrzeugs oder ein Frontalaufprall. Der Volvo Aufpralltest untersucht in erster Linie die Kräfte, denen das Fahrerhaus unter solchen Bedingungen ausgesetzt ist.
„Wichtig ist, dass der Aufpralltest die Abfolgen und Kräfte spiegelt, denen der Lkw bei einem echten Unfall ausgesetzt ist. Unsere Verkehrsunfallforschung zeigt ein klares Bild von der Wichtigkeit des Aufpralltests. Unsere Untersuchungen von Volvo Lkw, die in Unfälle verwickelt waren, haben immer wieder gezeigt, dass ein robustes Fahrerhaus Leben rettet“, sagt Almqvist.
Von Holz zum Stahl; Volvo Test wird in Schweden zur gesetzlichen Norm Früher hatten alle Lkw-Fahrerhäuser eine Holzstruktur. Volvo Trucks hat stets die Sicherheit in den Mittelpunkt gestellt und war 1948 der erste Lkw-Hersteller, der
Fahrerhäuser aus Stahl in Serie produzierte. Das selbsttragende Fahrerhaus aus Stahl mit seinem Dreipunkt-Federungssystem revolutionierte den Lkw-Markt und die Sicherheit an Bord für Lkw-Fahrer gleichermaßen. 1959 wurden die ersten Tests durchgeführt, bei denen das Fahrerhaus von einem massiven, tonnenschweren Pendel getroffen wurde, um dessen Stabilität zu testen. Im Folgejahr wurde dieser Aufpralltest in Schweden als gesetzliche Norm festgelegt, die bis April 2009 ihre Gültigkeit behielt und inzwischen von einem EU-Gesetz (ECR 29) abgelöst wurde. Das neue Gesetz unterscheidet sich von dem schwedischen Aufpralltest sowohl im Hinblick auf die Struktur als auch auf die Kräfte, denen das Fahrerhaus im Test ausgesetzt wird.
„Was vorher eine schwedische Anforderung war, ist nun eine reine Volvo Anforderung. Als Weltführer im Bereich der Sicherheit möchten wir bei unserem Ziel, die robustesten Fahrerhäuser auf dem Markt zu produzieren, keine Kompromisse eingehen. Daher haben wir beschlossen, unsere strengeren Normen auch in Zukunft beizubehalten“, erläute Almqvist.
Aufpralltest in drei Stufen
Der Aufpralltest von Volvo Truck wurde über Jahrzehnte hinweg entwickelt und verfeinert. Allerdings umfasst der Test wie in den vergangenen 50 Jahren weiterhin drei Stufen.
Zunächst wird das Dach des Fahrerhauses einem Gewicht von 15 Tonnen ausgesetzt. Anschließend wird die tragende Säule des Fahrerhauses vorne links von einem zylindrischen Pendel getroffen. Schließlich trifft das Pendel die Rückwand des Fahrerhauses. Dieses Pendel wiegt eine Tonne und wird aus einer Höhe von drei Metern
in Bewegung gesetzt.
„Diese drei Stufen entsprechen dem Verlauf eines Unfalls, bei dem der Lkw von der Fahrbahn abkommt, sich überschlägt und gegen einen Baum oder einen anderen harten Gegenstand prallt. Der Aufprall von hinten simuliert die nach vorn rutschende Ladung des Lkw, die die Rückwand des Fahrerhauses trifft“, sagt Sicherheitsexperte Ulf
Torgilsman von Volvo Trucks.
Damit das Fahrerhaus den Test besteht, darf der Überlebensraum des Fahrers oder anderer Mitfahrer durch die resultierende Deformation nicht beeinträchtigt werden. Das Fahrerhaus muss seine ursprüngliche Struktur behalten und darf keine großen Löcher oder hervorstehenden scharfen Kanten aufweisen. Die Türen müssen geschlossen
bleiben, müssen sich nach dem Aufpralltest jedoch ohne Werkzeuge öffnen lassen. „Die Türen müssen sich öffnen lassen, wie schwer das Fahrerhaus auch beschädigt ist. Das sofortige Evakuieren des Fahrers nach einem Unfall ist entscheidend“, erläutert Torgilsman.
Ständige Verbesserungen an der Struktur
Während der 50-jährigen Geschichte des Aufpralltests ist die Fahrerhausstruktur hinsichtlich Konstruktion, Stahlstärke, Befestigungssicherheit und Schweißtechniken verbessert worden.
Jede Verbesserung wird neuen Aufpralltests ausgesetzt, um zu verifizieren, dass die neuen Lösungen den strengen Volvo Anforderungen entsprechen.
„Es ist wichtig zu betonen, dass das Fahrerhaus zu unserem systematischen Engagement gehört, den Fahrer und die Beifahrer bei einem Unfall zu schützen. Dieser Denkansatz schließt auch Merkmale, wie den 3-Punkt-Sicherheitsgurt, Airbags und einen Innenraum ein, der sich entsprechend dem Körpergewicht der Insassen deformiert“, so Torgilsman.
„Der Sicherheitsgurt ist immer noch die beste Lebensversicherung des Lkw-Fahrers. Wenn man sicher auf dem Sitz festgeschnallt ist, reduziert man das Risiko, bei einem Zusammenstoß oder Überschlag des Lkw verletzt oder getötet zu werden, erheblich. Im Übrigen ist der 3-Punkt-Sicherheitsgurt eine Erfindung von Volvo“, fügt er hinzu.
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