Im letzten Championshiprace von Misano Adriatico zeigte Neuzugang Adam Lacko, dass er auch im Truck eine gute Figur abgibt. Der Tscheche startete das Rennen von der ersten Reihe aus und musste sich nach hartem Kampf nur den beiden Markenkollegen Jochen Hahn und Antonio Albacete sowie dem amtierenden Europameister David Vrsecky geschlagen geben. Dass sich Lacko über den hart erkämpften vierten Platz freuen konnte, hatte auch viel mit dem zweiten Piloten des Teams zu tun. Alexander Lvov sorgte dafür, dass die in den beiden zuvor ausgetragenen Wertungsläufen stark auftrumpfenden Renault-Trucks mit doppelsieger Markus Bösiger rund Markus Oestreich am Steuer keine Chance hatten, sich nach vorne zu arbeiten. Mit einer tollen Leistung gelang es dem Russen, die beiden Verfolger auf Distanz zu halten.
Zwischen den beiden gelben MAN lag über die gesamte Renndistanz nur der Ungar Balazs Szobi, der zwischendurch wie ein Sandwich-Belag zwischen Lacko und Lvov eingeklemmt war.
Am Morgen hatten sich Alexander Lvov und Adam Lacko mit den Tücken des neuen Austragungsmodus für das Zeittraining auseinandersetzen müssen. Während das Erreichen einer passablen Rundenzeit bislang nur bei gut gefüllten Starterfeld problematisch war, ist jetzt eine ausgeklügelte Taktik erforderlich, um sich für das erste Rennen möglichst optimal zu positionieren. Am Sonntag hatte sich der Großteil der angetretenen Fahrer auf die neue Situation eingestellt: für die Top-Akteure ist es eigentlich keine Frage, in die Liste der zehn Schnellsten zu kommen – eine oder zwei Runden sollten dafür ausreichen. Dann folgen entweder langsame Auslaufrunden oder die Piloten fahren gleich zurück in die Boxengasse, um die extrem empfindlichen Reifen zu schonen. Da das anschließende Superpole-Zeittraining nur über zehn Minuten geht, sind maximal zwei schnelle Runden möglich, wenn eine Runde – wie in Misano – deutlich über zwei Minuten dauert.
Bei diesem Lotteriespiel landete der Mann aus St. Petersburg vor seinem tschechischen Kollegen, die TRTA-Trucks belegten die Plätze acht und neun. Im ersten Rennen verbesserte sich Adam Lacko auf Platz sieben, Alexander Lvov blieb auf dem neunten Rang hängen.
Am Abend des zweiten Renntages betätigten sich die Piloten dann noch als Taxi-Fahrer, das Team hatte wieder zahlreiche Gäste der Sponsoren, die eine schnelle Runde auf dem Beifahrersitz der schwergesichtigen Renngeräte absolvieren wollten.
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