Smolensk - Rennbericht vom Sonntag

Bitte habt Verständnis für uns, das alles war ein erster Versuch, aber im nächsten Jahr wird alles besser. So oder so ähnlich klang es immer wieder auf dem Autodrom von Smolensk, als sich die russischen Gastgeber bei ihren Gästen für die eine oder andere Unzulänglichkeit entschuldigten. Jetzt sind die Truckracer aus der Europaliga um einige Erfahrungen reicher, im Vergleich zu den anderen Rennterminen mussten sie doch deutliche Abstriche hinnehmen. Aber vielleicht liegt das einfach daran, dass man sich längst an bestimmte Arbeitsabläufe gewöhnt hat – in Russland dagegen ist nicht nur auf neuen Rennstrecken viel Improvisationstalent gefragt, mit Routine allein kommt man hier nicht sehr weit. Was aber kein Problem ist, so lange sich die Neulinge in Sachen Truckrennen bereit zeigen, von den profunden Erfahrungen ihrer Gäste zu lernen und nicht auf stur schalten. Was in den meisten Fällen auch geklappt hat.

Der zweite Renntag auf dem glühend heißen Asphalt der Smolensker Rennstrecke stand aus Sicht der TRTA-Piloten ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit den Renault-Trucks des MKR-Teams. Sowohl im dritten wie auch im vierten Wertungslauf dieses Wochenendes bekamen es Alexander Lvov und Adam Lacko mit Markus Bösiger und Markus Oestreich zu tun. Die Teilnahme an der Superpole war einmal mehr keine Frage, zumal sich die Performance der Trucks deutlich stabilisiert hat, wie schon im Vorjahr machen sich im Verlauf der Saison die vielen Arbeiten im Detail positiv bemerkbar. Auffällig diesmal: Bis auf die beiden letztplatzierten Teilnehmer lagen die Top-Fahrer im zweiten Zeittraining ungewöhnlich knapp beisammen. Lacko beendete den Kampf gegen die Uhr an sechster, Lokalmatador Lvov an achter Position.

Im ersten Rennen wurde das Feld wegen eines Rennabbruchs schon in der zweiten Runde zurück zur Startaufstellung gerufen. Als sich die Konkurrenz wenig später neu sortiert hatte, sorgte bei Adam der Schweizer Bösiger für zusätzlichen Vortrieb, im Falle von Lvov übernahm Markus Oestreich diesen Job. Das Duell Gelb gegen Anthrazit ging dann sozusagen unentschieden aus: Lacko musste den Konkurrenten passieren lassen, Lvov dagegen hatte „Oese“ in diesem Rennen gut im Griff, leistete sich keinen Fehler und überquerte die Ziellinie vor dem Deutschen. Damit hatten sich Lacko und Lvov wieder einmal nacheinander in die Ergebnislisten eingeschrieben, der Tscheche rangierte nach 14 Runden an vierter, Lvov an fünfter Position. Aus Sicht der Teams ein durchaus befriedigendes Ergebnis.

Im letzten Championshiprennen ging es ziemlich hoch her, es war der bei weitem munterste Lauf des Wochenendes. Dafür sorgten unter anderem die beiden TRTA-Fahrer, die zum zweiten Mal an diesem Tag mit den Konkurrenten des MKR-Teams im Clinch lagen. Während an der Spitze Albacete enteilen konnte, führten Lacko und Lvov zunächst das Verfolgerfeld an. Nach geraumer Zeit zeigten die harten Attacken allerdings Wirkung. Lvov wurde zunächst von Oestreich aus dem Weg geräumt, bei Lacko war es David Vrsecky, der zwischenzeitlich die Verfolgerrolle übernommen hatte und sich am Ende der Start- und Zielgeraden einen fulminanten Verbremser erlaubte. Lacko konnte zwar größeren Schaden verhindern, mehr als der undankbare vierte Platz war danach allerdings nicht mehr zu holen. Lvov blieb auf Rang sieben hängen, nachdem er zuvor noch einige Konkurrenten überholt hatte.

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