Die Entscheidung der Formula Truck ist gefallen!

Mit 8 Zählern Vorsprung führte Valmir Benavides vor Felipe Giaffone, die beiden VW-Piloten wollten die ersten zwei Ränge der Meisterschaft unter sich austragen. Der Vorjahresmeister Cirino Wellington auf Mercedes hatte eigentlich nur noch Außenseiterchancen, war aber seinerseits nur um einen Zähler vor Andrade Roberval auf seinem giftgrünen Scania.

Dass die Teams auf die Hitze des Rennens in der brasilianischen Hauptstadt eingestellt waren, zeigte die mitgebrachte Ersatzmotorenanzahl bei den verschiedenen Herstellern.

Das Zeittraining am Sonntag konnte Cirino Wellington für sich verbuchen, den zweiten Platz eroberte Ze Maria Reis auf seinem bunten Scania vor Felipe Giaffone und Geraldo Piquet. Valmir Benavides wurde wegen Overspeed disqualifiziert und musste das Rennen von hinten angehen. Zu hoch gepokert hatte offenbar auch die Scania Truppe mit der Power des Motors, bereits nach einer halben Runde wurde Roberval langsamer und stellte enttäuscht seinen Truck am Streckenrand ab.
Dem heißen Wetter Motorentribut zollten auch am Sonntag im Warmup einige Teams. Eines der Opfer war der sympathische Mercedespilot Vignaldo Fizio. Während auf der Strecke harte Kämpfe ausgetragen wurden, zeigen sich die Teams im Fahrerlager sehr hilfsbereit. So waren nicht weniger als 20 Mechaniker von verschiedenen Herstellern zu Hilfe gekommen, um den Renntruck bis zum Start wieder flott zu machen.

Nachdem Kelly Davina mit dem Pacetruck in die Boxengasse abgebogen war und die Ampel grün zeigte, übernahm der Routinier und Vorjahresmeister Cirino sofort die Spitze. Dahinter reihten sich Reis, Piquet und Giaffone ein. Die zwei grünen Renntrucks von Roberval und Benavides kämpften sich von hinten durch das Feld. Permanent versuchte Ze Maria Reis Druck auf Cirino zu machen, musste aber seinerseits aufpassen, damit nicht Geraldo einen Weg an ihm vorbei findet. Felipe Giaffone wartete geduldig am vierten Platz auf seine Chance.

Auffallend schnell zogen der grüne VW von Benavides und Roberval auf dem Scania an vielen Renntrucks vorbei. Bereits nach einigen Runden zeigten die Monitore diese Piloten in den Top-Ten. Ein Elektrodefekt machte jedoch alle Hoffnungen auf den Titel für Benavides zunichte. Auch der Scania von Roberval wurde langsamer und verlor alle, zuvor hart erkämpften, Positionen.

Die in Brasilien übliche Neutralisierung des Feldes mit einer Punktevergabe für die ersten fünf Piloten, nutzte Roberval um den Scania wieder zu reparieren und sich auf der letzten Position wieder einzureihen.

Auch dieses Mal nutzte Cirino den ersten Startplatz, eine kleine Unaufmerksamkeit von de Reis ermöglichte eine Chance für Geraldo Piquet, dieser ließ sich nicht zweimal bitten und zog am Scania vorbei. Es dauerte dann auch nicht lange bis Ze Maria Reis Probleme mit seinem Truck bekam und ausschied. Während sich, der aus dem Mittelfeld gestartete, Djalmo Fogaca klammheimlich Position um Position verbesserte, pflügte vom letzten Startplatz der giftgrüne Scania durch´s Feld. Unter dem Beifallsgetöse der Zuschauer dauerte es nicht lange, bis er in der Spitzengruppe zu finden war. Nachdem er sich auch an Giaffone vorbei gekämpft hatte, konnte er in einer Pacecarphase zum Mercedes – Führungsduo aufschließen. Nach einem kurzen Kampf, zeigten die Monitore den schnellen Scaniapiloten an erster Stelle. Cirino Wellington´s Träume wurden drei Runden vor Schluss von einem Turboschaden beendet.

Die Reihung nach dem Zieleinlauf war Andreade Roberval (Scania), Geraldo Piquet (Mercedes), Djalma Fogaca (Ford), Felipe Giaffone und Renato Martins (beide auf VW).
Dies bedeutete als Endstand für die Meisterschaft den ersten Rang für Felipe Giaffone, Vizemeister trotz des Ausfalles beim letzten Rennen wurde Valmir Benavides, Rang drei ging an Andreade Roberval auf Scania vor den beiden Mercedespiloten Cirino Wellington und Geraldo Piquet.

Der Endstand in der Markenwertung lautet: VW (454 Punkte), Mercedes (350 Punkte), Scania (223 Punkte), Iveco (178 Punkte), Volvo (158), Ford (117 Punkte).

Eine sehr kurze Winterpause wird den brasilianischen Teams vergönnt, bereits im März startet die neue Saison. Und wie in allen Serien und Meisterschaften dieser Welt, dreht sich auch hier das Transferkarussell. Als fix gesetzt gelten die beiden Mercedes Piloten Cirino Wellington und Geraldo Piquet, auch bei VW werden keine größeren Wechsel erwartet. Leandro Totti, bisher auf Ford unterwegs, wird als Neuzugang neben Beto Monteiro bei Iveco erwartet. Doch damit nicht genug, der italienische LKW-Hersteller wird im kommenden Jahr ein drittes Fahrzeug mit dem Ex-Formel 1 Fahrer Cristiano da Matta einsetzen. Dieser fuhr von 1999 bis 2002 in der amerikanischen Champ Car Serie, wo er sich mit Newman/Haas Racing 2002 auch den Titel holte. Danach wechselte er in die Formel 1, wo er insgesamt 28 GP-Rennen für Toyota bestritt.

Der schwärzeste Tag in seinem Leben, erlebte der Südamerikaner am 3. August als er beim Training auf der Road America-Rennstrecke in Elkhart Lake/Wisconsin mit einem Rothirsch kollidierte, der auf die Strecke gelaufen war. Da Matta erlitt schwerste Kopfverletzungen und musste lange Zeit auf der Intensivstation verbringen. Im November 2008 nahm Cristian das erste Mal wieder an einem Rennen teil und testete bereits auch wieder für das 24-Stunden Rennen in Daytona.

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