Über Nacht war im Fahrerlager eine größere Lieferung der erlaubten Good Year-Reifen eingetroffen, so dass das Truck Race Team Allgäuer am Sonntag zum Warm up mit dem gleichen Material antreten konnte wie die Konkurrenten. Was sich schon wenig später positiv bemerkbar machte, denn die neuen Gummis sorgten dafür, dass die Rundenzeiten im Zeittraining deutlich besser ausfielen als jene vom Vortag. Dreieinhalb Sekunden sind im Trucksport, in dem es oft um Zehntel- oder Hunderstelbruchteile von Sekunden geht, eine ganze Galaxie. Die beiden gelben Trucks lagen nach dem Qualifying wieder einmal knapp zusammen, Alexander Lvov war die sechstschnellste Runde gelungen, Egon war einen Tick schneller unterwegs und belegte Rang fünf.
Im ersten Sonntagsrennen, dem dritten Wertungslauf des Wochenendes, waren die beiden Akteure dann mit Pech am Reifen unterwegs. Zwar büßte Alexander nur einen Platz ein, aber Egon erwischte es schlimmer, als er in der Anfangsphase des Rennens in der Kurve 3 umgedreht wurde und dann erst einmal das komplette Feld vorbei lassen musste, ehe er seinen MAN wieder in die Spur brachte. Leider, so vermutete Allgäuer hinterher, gab es in dem üppigen Starterfeld etliche Kollegen, die ohne Rückspiegel unterwegs waren. Trotz diverser Hindernisse auf der Fahrbahn gelang es Egon, sich noch um rund 20 Plätze nach vorne zu arbeiten, als die zwölf Runden gefahren waren, wurde er schließlich als Zehnter abgewunken.
Alexander Lvov
Alexanders Resultat bedeutete den zweiten Startplatz im letzten Rennen des Jahres, in dem Lvov seinem Namen noch einmal alle Ehre machte und kämpfte wie ein Löwe. Sogar den frisch gebackenen Europameister Vrsecky konnte der Russe einige Runden lang kontrollieren. Zum Verhängnis wurde ihm schließlich eine Ölspur, auf der er wegrutschte und so alle Chancen auf einen vorderen Platz einbüßte. Allgäuer schaffte es in diesem Lauf nicht, den dichten Pulk im Vorderfeld aufzurollen. Einige Runden vor dem Ende des Rennens geriet er dann beim Anbremsen in der Bergab-Passage ebenfalls auf eine Ölspur und rutschte in den Truck von Balazs Szobi. „Das war keine normale Rennsituation mehr,“ konstatierte er hinterher. „Es gab fast nur noch gelbe Flaggen und Öl- oder Dieselspuren auf der Strecke.“ Den Lauf beendete Allgäuer neben Lvov, wegen Überholens unter Gelb bekam er aber hinterher eine 25-Sekunden-Strafe, die ihn in den Ergebnislisten aus den Punkterängen katapultierte.
Dennoch zeigte sich Egon Allgäuer mit dem Auftritt beim Finale zufrieden: „Wir sind mit einem neu gebauten Auto in die Saison gestartet und das ganze Team hat permanent hart gearbeitet, um die Trucks zu optimieren und Schwachstellen auszumerzen. Dass dann am Samstag in Jarama sogar noch ein Sieg gelang, ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit und ein perfekter Saisonabschluss für das gesamte Team.“
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